6. Seine Wunder

June 15, 2013 in Die Letzte Göttlich Offenbarte Religion: ISLAM

Der ehrwürdige Prophet – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – vollbrachte zahlreiche Wunder. Einige wenige davon sollen hier Erwähnung finden:

Jābir – Allāh gewähre ihm Sein Wohlgefallen – berichtete: “Am Tag von Hudaybiyya litten die Leute großen Durst und kamen zu unserem Propheten. Allāhs Gesandter – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – hatte einen ledernen Wasserbehälter vor sich und vollführte gerade seine Gebetswaschung. Die Leute kamen auf ihn zu und er fragte sie: “Was ist mit euch?” Sie antworteten: “Es gibt kein Wasser mehr zum Trinken oder zur rituellen Reinigung außer in diesem einen Behälter hier vor dir.” Da streckte Allāhs Gesandter – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – die Hände in den mit Wasser gefüllten Behälter und Wasser begann zwischen seinen Fingern hervorzusprudeln wie aus einer Quelle. Wir alle tranken davon und wuschen uns zum Gebet.”

Die Anwesenden fragten Jābir: “Wie viele wart ihr denn an diesem Tag?”, und er antwortete: “Auch wenn es einhunderttausend gewesen wären, hätte das Wasser gereicht. Aber wir waren an jenem Tage eintausendfünfhundert Männer.”[1]

Als in Mekka die Qurayschiten ein Wunder von ihm forderten, betete der Gesandte Gottes – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – zum Seinem Herrn, und der Mond wurde in zwei Teile gespalten. Dieses Wunder war überall zu sehen. Ein Teil des gespaltenen Mondes wurde über dem Berg Abū Qubays, der andere über dem Berg Qu‘ayqān beobachtet. Die Ungläubigen befragten daraufhin von weit her kommende Karawanen, ob auch sie außerhalb von Mekka Zeugen dieses Ereignisses geworden seien und diese bestätigten, die Spaltung des Mondes ebenfalls gesehen zu haben.[2]

Anfänglich hielt der Allāhs Gesandter – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – seine Predigten an den trockenen Stumpf einer Dattelpalme gelehnt. Als später eine Kanzel [minbar] errichtet wurde, vernahmen alle dort Anwesenden das sehnsuchtsvolle Stöhnen dieses Palmstumpfes ob seiner Trennung vom ehrwürdigen Propheten – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden.[3]

Abū Hurayra – Allāh gewähre ihm Sein Wohlgefallen – berichtete: “Wir begleiteten den Gesandten Allāhs – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – einmal auf einen Feldzug. Es geschah, dass die Verpflegung für die Soldaten so knapp wurde, dass sie einige der Reittiere schlachten wollten. Da sagte ‘Umar – Allāh gewähre ihm Sein Wohlgefallen: “O Gesandter Allāhs! Wäre es nicht besser, ich sammelte den verbliebenen Proviant der Gemeinschaft ein und brächte ihn dir, damit du darüber ein Gebet sprichst, um den Segen zu mehren?” Der ehrwürdige Prophet willigte ein und so brachte ein jeder herbei, was er bei sich hatte: Wer Weizen hatte, brachte seinen Weizen, wer Datteln hatte, brachte seine Datteln und wer Dattelkerne hatte, brachte seine Dattelkerne.”

Voller Verwunderung fragten die Anwesenden Abū Hurayra: “Was machten sie denn mit den Dattelkernen?” Darauf antwortete der gesegnete Prophetengefährte: “Da die Menschen keine Nahrung fanden, lutschten sie an den Dattelkerne und tranken dann Wasser dazu.”

Dann fuhr er fort mit seinem Bericht: “Allāhs Gesandter – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – sprach ein Bittgebet. Daraufhin wurden die gesammelten Lebensmittel so ergiebig, dass ein jeder seinen Proviantsack füllen konnte. Zu diesem göttlichen Geschenk sagte alsdann der ehrwürdige Prophet – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden: «Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allāh und dass ich Sein Gesandter bin. Wer Allāh begegnet, ohne an diesen beiden Punkten zu zweifeln, der wird ins Paradies eingehen.»”[4]



[1].      Al-Bukhārī, Manāqib, 25. In diesem Werk sind zahlreiche weitere Wunder des ehrwürdigen Propheten – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – aufgeführt.

[2].      Siehe Qur’ān, 54:1-3; al-Bukhārī, Manāqib, 27, Manāqib al-Ansār, 38, Tafsīr 54:1; Muslim, Munāfiqīn, 43, 47, 48; al-Tirmidhī, Tafsīr, 54/3286; Ahmad, Bd. I, 377 u. 413.

[3].      Al-Bukhāri, Manāqib, 25; al-Tirmidhī, Jumu‘a, 10 u. Manāqib, 6; al-Nasā’i, Jumu‘a, 17; Ibn Mājah, Iqāma, 199; al-Dārimī, Muqaddima, 6, u. Salāt, 202; Ahmad, Bd. I, 249, 267, 315 u. 363.

[4].      Muslim, Īmān, 44. Über das Leben, den Charakter und die Wunder unseres ehrwürdigen Propheten – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – geben die folgenden Quellen reichhaltige Auskunft: Osman Nûri Topbaş, Der Prophet der Barmherzigkeit Muhammad r – Szenen aus seinem Leben und Das Vorbild ohnegleichen – Muhammad al-Mustafā r, beide erschienen im Erkam Verlag, Istanbul, sowie: Martin Lings, Muhammad – Sein Leben nach den frühesten Quellen und Ibn Ishāq, Das Leben des Propheten r, Spohr Publishers, Zypern