5. Die grenzenlose Liebe, die er erweckt

June 15, 2013 in Die Letzte Göttlich Offenbarte Religion: ISLAM

Wir Muslime lieben den ehrwürdigen Propheten – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – von ganzem Herzen. Wenn die edlen Gefährten des Propheten – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – das Wort an ihn richteten, pflegten sie es mit diesem Zusatz zu tun: “Mein Vater und meine Mutter seien dein Unterpfand, und ebenso meine eigene Seele!” Sie hätten ihr Leben dafür hingegeben zu verhindern, dass auch nur ein Dorn seinen Fuß verletze.

Als die Ungläubigen den Zayd ibn Dathina und Khubayb – Allāhs Wohlgefallen sei auf ihnen beiden – gefangen genommen hatten und sie zu Tode quälten, fragte man sie jeweils bevor sie ihre Seele aushauchten: “Wenn dein Leben dadurch gerettet würde, würdest du nicht deinen Propheten gern an deiner Stelle sehen?” Beide aber antworteten: “Nicht nur, dass ich nicht wohlbehalten im Kreise meiner Lieben sein wollte, während mein Prophet hier leiden müsste, sondern mein Herz hätte keine Ruhe, wenn ihm dort, wo er sich zu dieser Stunde aufhält, ein Dorn den Fuß verletzte.” Angewurzelt vor Staunen ob dieser unerhört gewaltigen Liebe sagte Abū Sufyan: “Höchst erstaunlich! In der ganzen Welt ist mir noch keine andere Schar begegnet, die ihren Gefährten derart liebt, wie die Gefährten Muhammads ihn lieben!”[1]

Unschwer können wir auch diese leidenschaftliche Liebe der Gefährten in der großen Achtung und Aufmerksamkeit erkennen, die sie auf das Lesen oder Berichten von Überlieferungen verwendeten. Wenn die ehrenwerten Gefährten eine Überlieferung des ehrwürdigen Propheten – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – vortrugen, zitterten ihnen die Knie und ihre Gesichter wurden bleich aus Furcht davor, unabsichtlich etwas Falsches zu sagen. ‘Amr ibn Mas’ūd berichtete: “Ich versäumte nie die Versammlungen des Ibn Mas‘ūd – möge er Allāh wohl gefallen – am Donnerstagabend. Nie hörte ich ihn während dieser Reden über irgendeinen Belang sagen: ‚Allāhs Gesandter – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte …‘ Doch an einem dieser Abende begann er seine Rede mit: ‚Allāhs Gesandter – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte …‘, und dann verstummte er und senkte das Haupt. Nach einer kleinen Weile schaute ich zu ihm hinüber. Er hatte sein Hemd aufgeknöpft und stand mit tränenüberströmten Augen sowie aufgedunsenen Wangen da. Nachdem er sich wieder gefasst hatte, fuhr er in seiner Rede mit den Worten fort: ‚Allāhs Gesandter – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – sagte … Oder er sagte etwas in der Art oder mit dieser Bedeutung.‘ “[2]



[1].      Al-Wāqidī, Bd. I, S. 360-362; Ibn Sa‘d, Bd. II, S. 56.

[2].      Ibn Mājah, Muqaddima, 3. Für zahlreiche weitere Beispiele für die grenzenlose Liebe zum ehrwürdigen Propheten – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – siehe: Osman Nûri Topbaş, Das Vorbild ohnegleichen – Muhammad al-Mustafā r, S. 147 ff.