2. Alkoholkonsum

June 15, 2013 in Die Letzte Göttlich Offenbarte Religion: ISLAM

Alkoholische Getränke sind schädliche Stoffe, die der gottgegebenen Natur des Menschen gänzlich zuwiderlaufen. Der Urzustand des Menschen ist es, nüchtern und wachsam zu sein. Es ist nicht vertretbar, dass man die Kontrolle über sich verliert und sich Trägheit und Müßiggang hingibt. Das Aufgeben von Wachsamkeit führt im Allgemeinen zur Entgleisung. Dies ist bei denen, die das Trinken ganz natürlich finden und dem Alkohol verfallen, unweigerlich der Fall.

Das Trinken ist eine wesentliche Ursache für Störungen sowohl im Leben des Einzelnen als auch in der Gesellschaft. Der Alkoholgenuss beeinträchtigt die geistigen Fähigkeiten, während doch alle für diese und die jenseitige Welt wichtigen Dinge durch die Funktion der Vernunft vollbracht werden. Wenn ein Mensch den Verstand verliert, versinkt er in unvorstellbarem Irrtum. Fällt ein Funke in Spiritus, so entbrennt dieser auf der Stelle; ebenso leicht entflammt das Übel in alkoholabhängigen Hirnen und Herzen.

Durch Alkoholkonsum und Glücksspiel stiftet der Teufel Hass, Feindseligkeit und Zwietracht zwischen den Menschen und wiegelt sie gegeneinander auf. Indem er sie von der Andacht, vom Gottesgedenken und vom Gottesdienst abhält, macht er sie auch noch zu Bettlern im Jenseits. Kurzum, er sorgt dafür, dass sie sowohl im Diesseits als auch im Jenseits scheitern.[1]

Der russische Professor Ratschinsky machte dazu die folgende einsichtige Bemerkung: “Der Teufel wartet in der Flasche und nimmt dem Alkoholabhängigen alles fort, was er besitzt. Er reißt ihm sein letztes Hemd vom Leibe und stiehlt ihm sogar den letzten Bissen des Kindes, das er auf seinem Schoße hält. Außerdem nimmt der Flaschenteufel demjenigen, der ihm verfallen ist, und seinen Angehörigen die Gesundheit, Ehrbarkeit, Gewissen, Freude und Fröhlichkeit, Glück und Seelenfrieden. Er zerstört des Menschen Arbeitskraft und -freude und lässt ihn ohne jegliche Einnahmequelle zurück. Man denke einmal darüber nach, wie viel Aufwand und Arbeitseinsatz in der Produktion von Alkohol und alkoholischen Getränken vergeudet wird. Man berechne einmal, wie viel an Essen, Trinken und Arbeitsaufwand bei der Herstellung der vielfältigen alkoholischen Getränke verloren geht. Wenn man die Kilotonnen an Brot, Pflaumen, Feigen und Trauben, die der Mensch leichtsinnig im Alkoholsumpf verschwendet, an einem Platz sammeln würde, gäbe es keinen Hunger und keine Lebensmittelteuerung mehr in der Welt. Doch nicht nur, dass die Menschen genug zu essen hätten, sogar die Tierwelt könnte ausreichend mit allem Nötigen versorgt werden!

Wie hoch das Budget des Flaschenteufels ist, weiß niemand ganz genau, weil jene, die ihm folgen, zwar ihre Steuern dafür vollständig entrichten, doch niemals bereit sind, zu begleichen, was sie ihren Mitmenschen schulden. Der Satan fordert das, was ihm zusteht, immer vollständig ein. Wenn die Menschen das Geld, das sie ihm schulden, nicht aufbringen können, begehen sie Raub oder Mord oder verkaufen die Ehre und Ehrbarkeit ihrer Familie, nur um dem Teufel auf jeden Fall ihre Schuld zurückzuzahlen.

Der Alkohol hat schon das Leben vieler Tausender hochgeschätzter und ausgezeichneter Menschen zerstört. Diese Menschen haben allen Wert, den sie einst besaßen, verloren. Das Trinken und der Alkohol haben die Gesundheit von Millionen von Menschen vernichtet. Ebenso wie man auf einem morastigen Untergrund kein großes und standfestes Gebäude erbauen kann, ist es unmöglich, innerhalb einer Gesellschaft von Säufern und Betrunkenen ein dauerhaftes Gefüge zu errichten und die Grundlagen für ein friedliches Leben zu erstellen. Aus diesem Grund müssen vor allen Dingen ernsthafte Maßnahmen zur Reform ergriffen werden, um die ganze Gesellschaft aus diesem furchtbaren Zustand zu erwecken und zur Besinnung zu bringen.”[2]

Nach einer unlängst veröffentlichten Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO aus dreißig Ländern sind die Ursachen von 85% aller Morde (deren Opfer zu 60-70% aus der eigenen Familie stammen), 50% aller Vergewaltigungen, 50% aller Gewaltverbrechen, 70% der Fälle von häuslicher Gewalt, 60% aller Arbeitsversäumnisse und 40-50% aller auftretenden Geisteskrankheiten im Alkohol zu suchen.

Kinder von Alkoholikern sind zu 90% in irgendeiner Weise geistig behindert. Eine Alkoholikerin wird mit 35%iger Wahrscheinlichkeit ein behindertes Kind zur Welt bringen. Denn der Alkohol behindert das Wachstum im Mutterleib und die Entwicklung nach der Geburt, so dass das Kind geistig zurückbleibt und kleinwüchsig und verhaltensauffällig wird. Weil die Kinder von Alkoholikern in einer von Zank und Streit vergifteten Familienatmosphäre aufwachsen, besteht bei ihnen ein erhöhtes Risiko emotionaler Zusammenbrüche und auffälliger Verhaltensstörungen. Deshalb bleibt einem Großteil dieser Kinder sowohl in ihren schulischen Leistungen wie auch im späteren Leben der Erfolg versagt.[3]

Nach einem offiziellen Bericht der britischen Regierung beläuft sich die durch Alkoholkonsum verursachte wirtschaftliche Belastung aufgrund von Streit, Verletzungen, Krankenhauskosten und anderer Faktoren jährlich auf etwa 20 Milliarden Pfund (ca. 22,5 Milliarden Euro).[4]

Der ehrwürdige Prophet – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – warnte: “Hütet euch davor, Alkohol zu trinken, denn er ist der Schlüssel zu allem Bösen und aller Schlechtigkeit.”[5], und er sagte: “Etwas, von dem eine große Menge rauscherzeugend wirkt, ist auch in kleiner Menge verboten [haram].”[6]

Deswegen darf man sich keinesfalls von jenen irreführen lassen, die behaupten: “Es macht doch nichts, wenn man nur so wenig trinkt, dass man nicht betrunken wird.” Der Maßstab ist ganz eindeutig: Wenn eine große Menge eines Stoffes betrunken macht, ist auch eine kleine Menge dieses Stoffes verboten. Der Islam versucht, die zur Sünde führenden Wege von Anfang an zu blockieren sowie das Übel auf bestmögliche Weise zu verhindern und gibt sich dabei nicht mit theoretischen Lösungen ab, die nicht der Lebenswirklichkeit entsprechen. Dabei setzt er mit großer Weisheit Verbote als abschreckende Warnung ein und erteilt denjenigen, die diese missachten, angemessene Strafen. Diese Umstände verdeutlichen, wie viel Wert unsere Religion dem Menschen zuerkennt und mit welch grenzenloser, mitfühlender Barmherzigkeit sie ihn umgibt.



[1].      Qur’ān, 5:90-91.

[2].      Zitiert aus Grigory Petrov, İdeal Öğretmen, Istanbul 2005, S. 48-52.

[3].      Siehe Musa Tosuns Artikel Içki in Diyanet İslâm Ansiklopedisi, Bd. XXI, S. 463.

[4].      Siehe Sean Coughans Artikel Sobering thoughts about a claim in The Guardian, Ausg. vom 27.03.2004.

[5].      Ibn Mājah, Aschriba, 1.

[6].      Abū Dāwūd, Aschriba, 5/3861; al-Tirmidhī, Aschriba, 3/1865.