7. Der Islam ist eine universale Religion

June 15, 2013 in Die Letzte Göttlich Offenbarte Religion: ISLAM

Der Islam richtet sich an alle Menschen und Jinnen. Jeder Mensch kann Muslim werden, unabhängig von seiner Herkunft, Hautfarbe, Rasse oder Geschlechtszugehörigkeit. Der Islam teilt die Menschen nach ihren Rechten und Pflichten ein, und unterscheidet einzig und allein die Gemeinschaft derer, die glauben, von der Gemeinschaft derer, die nicht glauben.[1]

Es ist keineswegs logisch, dass ein von Allāh, dem All-Barmherzigen, herabgesandtes System für das Heil und die Glückseligkeit der Menschheit einer kleinen Gruppe von Menschen vorbehalten sein sollte, während alle außerhalb dieser Gruppe davon ausgenommen sind. Ein solcher Tatbestand widerspräche den Attributen Allāhs, die in seinen Namen al-Rahmān [der All-Barmherzige] und al-Rahīm [der All-Erbarmer] zum Ausdruck kommen. Der Gesandte Allāhs – Friede und Segnungen seien auf ihm – sprach: “Der All-Barmherzige erbarmt sich derer, die barmherzig sind. Seid barmherzig gegenüber denen, die auf Erden sind, dann erbarmt sich eurer Derjenige, der im Himmel ist!”[2]

Dieses Hadīth bezieht sich nicht auf eine bestimmte Art von Lebewesen oder Rasse, noch ist hier nur von den Muslimen die Rede. Es gebietet uns vielmehr, Barmherzigkeit gegenüber allen Lebewesen auf Erden, Menschen, Tieren und auch Pflanzen zu üben.

Im heiligen Qur’ān wird die Sendung des Gesandten Allāhs – Segen und Friede seien auf ihm – für die gesamte Menschheit in folgenden Worten ausgedrückt: {Sprich: “O ihr Menschen, ich bin für euch alle ein Gesandter Allāhs, Dem das Königreich der Himmel und der Erde gehört.”}[3]

Und Er verkündet: {Und Wir entsandten dich (O Muhammad) einzig und allein als Barmherzigkeit für alle Welten!}[4]

Aus diesem Grund hat der ehrwürdige Prophet – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – den Islam nicht nur den Arabern, sondern auch den Byzantinern, Persern, Äthiopiern, Ägyptern und anderen Völkern verkündet, indem er noch zu Lebzeiten Botschafter zu den Kaisern und Königen seiner Zeit entsandte, die jenen seine Aufforderung, den Islam anzunehmen, überbrachten.[5]

Zugleich umspannt der Islam auch Raum und Zeit; er ist weder auf eine bestimmte Zeit beschränkt noch an einen bestimmten Ort gebunden. Man sieht heute Muslime aus aller Welt, aus jeder Gegend und jedem Land der Erde. Vor allem während der Pilgerfahrt, wenn sich die Muslime versammeln, um gemeinsam an der Ka‘ba Allāh, den Allmächtigen, den alleinigen Gott entsprechend Seinem Geheiß zu verehren, ergibt sich ein beispielloses Bild islamischer Einheit und Geschwisterlichkeit.

Der Islam ist so gestaltet, dass er allen menschlichen Bedürfnissen genügt. Er ist ein Lebens- und Glaubenssystem, das die spirituellen, physischen, persönlichen und gemeinschaftlichen Rechte schützt. Konzepte wie Leben und Tod, Gottheit, Propheten und Engel, Teufel, Diesseits und Jenseits, Lohn und Strafe, Paradies und Hölle werden im Islam alle in einer derart überzeugenden und befriedigenden Art erläutert, wie dies keine andere Religion zustande bringt.

Um dies besser zu verstehen, sollte man sich Folgendes in Erinnerung rufen: Der Qur’ān als Rechts- und Gesetzesgrundlage erfüllt die Bedürfnisse aller Muslime, von der ersten, kleinen islamischen Gemeinde an, die aus einer unterdrückten Minderheit bestand, bis hin zu jener Zeit, da die islamische Nation vom Atlantik bis zum pazifischen Ozean herrschte und zum vortrefflichsten Staat ihrer Zeit geworden war. Diese Gemeinde fand alles, was sie brauchte, in dieser einen Schrift; der heilige Qur’ān beantwortete ihnen all ihre Fragen, sei es in Angelegenheiten des Credos oder der Glaubenslehre, Einzelheiten des Gottesdienstes oder Regelungen des Gemeinschaftslebens betreffend sowie in Hinblick auf zahllose andere Dinge, welche die Menschen beschäftigen.[6]



[1].      Dabei gehört jeder Mensch der Gemeinschaft des Propheten seines Zeitalters an. Alle Menschen, die nach der Sendung des Propheten Muhammad – Allāh segne ihn und schenke ihm Frieden – auf die Welt kommen, gehören zu seiner Nation. Während ein Teil von ihnen glaubt, bleibt ein anderer Teil jedoch ungläubig.

[2].      Abū Dāwūd, Adab, 58/4941; al-Tirmidhī, Birr, 16/1924; Ahmad, Bd. II/160.

[3].      Qur’ān, 7:158.

[4].      Qur’ān, 21:107.

[5].      Der Wortlaut dieser Briefe ist uns erhalten. Einige der Originaldokumente sind im Museum des Topkapi Sarays in Istanbul zu sehen. Siehe auch:

http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Muhammad_letter_muqawqis.jpg

[6].      Siehe M. Hamīdullah, Le Saint Coran , Einleitung S. 23.