3. Es gibt keine Priesterschaft, die zwischen Allāh und Seinen Dienern vermittelt

June 15, 2013 in Die Letzte Göttlich Offenbarte Religion: ISLAM

Islamische Gelehrte haben gesagt: “Es gibt so viele Wege zu Allāh, wie die Atemzüge Seiner Geschöpfe zählen.” Das bedeutet, dass jeder Mensch frei befugt ist, sich unmittelbar an seinen Herrn zu wenden. Jeder kann sich in Andacht und Gebet an Allāh wenden und Ihn um Vergebung ersuchen. Ein Mensch, der sich aufrichtigen Herzens an Allāh wendet, wird Ihn mit Sicherheit auch finden.

Allāh, der Erhabene, fordert Seine Diener auf, sich oft im Gebet zu Ihm zu kehren und sich Ihm reuig zuzuwenden. Er bekundet damit, dass Seine Barmherzigkeit sehr groß ist, und dass Er das Bittgebet erhören und die Sünden vergeben will. Das Erhören der Gebete und die Vergebung der Sünden liegen allein in Seiner Hand, denn Er ist der einzig Allmächtige. Kein Geschöpf kann sich Seiner Vollmachten bedienen. Die Zuständigkeit Allāhs auf irgendein anderes Wesen zu übertragen bedeutet Schirk, das Beigesellen von Partnern.

Im Islam bedarf es zum Verrichten von Bittgebeten, Buße, Gottesdiensten oder Eheschließung keines Klerus. Jeder Muslim ist verpflichtet, sich soviel Wissen anzueignen, wie er für sich benötigt. Wenn Muslime sich zum gemeinsamen Gebet versammeln, wählen sie den Gelehrtesten und Rechtschaffensten unter sich aus, um als Vorbeter [imām] das Gebet zu leiten. Die Aufgabe der Islamgelehrten besteht lediglich darin, die Grundlagen der Religion zu lehren und zu erklären und durch ihre Predigten und Ermahnungen den Menschen den rechten Weg zu weisen. Sie haben jedoch keinerlei Befugnis, sich zwischen Allāh und Seine Diener zu stellen und ihnen Vergebung von Sünden oder Annahme von Bittgebeten zuzusichern.

Die Götzendienerei entwickelte sich dadurch, dass die Menschen anfingen, Mittler zwischen Allāh und Seine Diener zu setzen. Die Götzendiener behaupteten, dass sie die Götzen nur verehrten, damit jene sie Allāh näher brächten[1], doch im Laufe der Zeit begannen sie, diesen Mittlern teilweise göttliche Eigenschaften zuzuschreiben.



[1].      Siehe Qur’ān, 39:3.