2. Der Islam ist eine Religion, die der natürlichen Veranlagung des Menschen entspricht und nicht gegen die Vernunft verstößt

June 15, 2013 in Die Letzte Göttlich Offenbarte Religion: ISLAM

Der Islam richtet sich an die gesamte Menschheit. Seine Grundprinzipien sind nicht von den beliebigen, veränderlichen oder partiell auftretenden Eigenarten eines bestimmten Volkes bestimmt, sondern sie entsprechen den ursprünglichen und natürlichen Neigungen und Bedürfnissen der gesamten Menschheit, welche sich aus dem Wesen ihrer Erschaffung ergeben. Aus diesem Grund ist der Islam eine der gottgegebenen natürlichen Veranlagung entsprechende Religion, die niemals veraltet. Die Glaubensgrundlagen des Islam beruhen nicht auf Wundern, welche zeitweilig die Naturgesetze außer Kraft setzen, sondern auf Vernunft und klar erkennbarer Wirklichkeit. Aus diesem Grunde existiert auch keinerlei Konflikt zwischen Islam und wissenschaftlicher Erkenntnis. Wenn man die Gebote untersucht, welche die Gottesdienste und das Verhalten des Muslims regeln, wird man sogleich feststellen, wie sehr diese Gebote mit der menschlichen Natur und Vernunft in Einklang stehen.

Der heilige Qur’ān betont in besonderem Maß das rationale Denken und die Überlegung, weil die Vernunft eben das ist, was den Menschen vom Tier unterscheidet. In etwa siebenhundertundfünfzig Versen des heiligen Buches werden die Menschen dazu aufgefordert nachzudenken, zu forschen und ihren Verstand aufs bestmöglichste einzusetzen.

Als die Leute, die dem Propheten – Allāhs Segen und Friede seien auf ihm – keinen Glauben schenkten, von ihm ein Wunder forderten, um sie dadurch von Allāhs Existenz und seinem Prophetentum zu überzeugen, missfiel Allāh, dem Erhabenen, dieses Ansinnen. Stattdessen forderte Er sie auf, den Himmel und die Erde zu betrachten, um daraus Lehren zu ziehen und ihren Glauben an Allāh nicht vom Auftreten übernatürlicher Ereignisse abhängig zu machen.

Weil der Islam der Vernunft eine derartige Bedeutung beimisst, ist der Genuss von allem verboten, was den Verstand benebelt und den Menschen trunken macht. Darunter fallen alle Spirituosen und Rauschmittel. Denn wache Aufmerksamkeit nutzt dem Menschen mehr als ein benommenes, betrunkenes Umhertaumeln.

Daraus, dass der Islam eine der gottgegebenen, natürlichen Veranlagung entsprechende Religion ist, folgt, dass er immer realistische Entscheidungen trifft. So schreibt der Islam weder Regeln vor, deren Befolgung unmöglich wäre, noch Dinge, die der Natur des Menschen widersprächen oder ihm allzu beschwerlich wären. Hier ein paar Beispiele:

•      Ist kein Wasser vorhanden, um die Waschung für das Gebet [wudū’] zu vollführen, oder im Falle einer Krankheit, die das Waschen mit Wasser verhindert, ist ersatzweise das Tayammum genannte, trockene Überstreichen des Gesichts und der Hände mit reiner Erde durchzuführen.

•      Kann das rituelle Gebet nicht im Stehen verrichtet werden, so kann es im Sitzen oder im Liegen ausgeführt oder gar durch Kopfbewegungen oder auf andere Weise angedeutet werden.

•      Ist das Fasten im Ramadān nicht möglich, so kann es später nachgeholt werden oder anstelle des Fastens kann eine Abgabe an Bedürftige entrichtet werden.

•      Die jährliche Pflichtabgabe [zakāt] und die Pilgerreise nach Mekka [hajj] obliegen nur den Muslimen, die dazu finanziell in der Lage sind.

•      Jemand, der zum Islam einlädt, ist lediglich dazu angehalten, den Menschen den Islam in klarer Rede darzulegen; er ist nicht verpflichtet, die Menschen um jeden Preis zum Islam zu bekehren.